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Die IKG-Treffen sind eine eigenartige Mischform zwischen Ausstellung, Familientreffen, Debatte, Kennenlernen von anderen Positionen in einem anderen Land. Sie geben immer wieder und immer wieder neu ein Spielfeld ab, auf dem Haltungen, Vorstellungen, Bilder in ihrem Widerspruch zusammentreffen, in einem offenen Prozeß, in dem Kommunikation, Neugier, die Zugeneigtheit, das Interesse für den anderen das Wesentlichste ist. Dies ist immer auch eine Herausforderung: Es geht darum, einen permanenten Ausgleich zwischen all den Eigenwilligkeiten zu finden, der aber nicht steril oder eindimensional ist und am Ende ein zurechtgestutztes Produkt herausschauen läßt. In den letzten Jahren organisiert das IKG intensive Treffen, Debatten und Ausstellungen mit nomadischen Werken, die viele verschiedene Dinge nebeneinanderstellen.
DA CAPO in GENUA
Genua, 30. September bis 3. Oktober 2009
'Ihre Schönheit zerreißt einem die Seele', schrieb Flaubert über die einstige Seemacht Genua, die lange zu den obligatorischen Reisezielen aller Italienbesucher zählte. Von Rousseau über Stendhal und Dumas, Lord Byron, Charles Dickens, Mark Twain und Albert Camus machten viele Schriftsteller aus Europa und Übersee in der Geburtsstadt Christopherus Columbus Station. Eingezwängt zwischen Meer und Bergketten entstand seit dem Mittelalter ein einzigartiges Gebilde aus zwölfstöckigen Häusern, Kirchen und Türmen, verbunden durch steile Treppen, schmale Gassen. Bis heute wirkt die wirkt die Stadt wie ein kubistisches Gemälde. In den schönen Räumen des Palazzo Ducale richteten wir wieder einmal eine ambulante Ausstellung mit Arbeiten und Präsentationen von Mitgliedern und Gästen ein, die dann in den Galerien-Rundgang START, der ab 1. Oktober von den Genueser Galerien organisiert wurde, integriert wurde. Wir hatten viele Besucher und eine sehr gute Resonanz und auch wir bekamen während dieser Tage einen Einblick in die Kunstszene Genuas. Der Palazzo wurde während unseres Treffens zu einem offenen Salon mit Gelegenheit zur Vorstellung, Diskussion und zum Austausch. Neben der Ausstellung gabe es Lesungen, Performances, Vorträge von Mitgliedern und Gästen. Wir hatten ein intensives, anregendes Treffen in dieser ganz sichtbaren, sich selber gegenwärtigen Stadt, 'die stets mit dem Meer und dem Felsen, mit Schiefer, Backstein und Marmor vertraut bleibt, und ihrem Berg in unablässiger Arbeit zusetzt', wie Paul Valéry in seiner Gedanken-Sammlung 'Windstriche' über Genua vermerkt.
Teilnehmer
Mitglieder:
Diana Mercedes Alonso, Monika Bartholomé, Dorothee Bauerle-Willert, Jens Brand, Claudia Busching, Michael Haerdter, Dietrich Helms, Sibylle Hofter, Hetty Huisman, Thomas Huber, Nanne Meyer, Una Moehrke, Hans-Albert Peters, Norbert Radermacher, Josef Ramaseder, Susken Rosenthal, Gabriele Rothemann, Michael Sauer, Eva-Maria Schön, Anna Tretter.
Gäste:
Andreas Bartholomé, Johanna Bartl, Maggie Bauer, Claudia Chaseling, Dagmar Dost-Nolden, Michele Fiore, Katja Hoffmann, Anna-Myga Kasten, Nicole Jana, Gertrude Elvira Lantenhammer, Fried Rosenstock, Ursual Sax, Oliver Scharfbier, Nele Ströbel, Nanae Suzuki, Hans-Peter Webel, Walter Zimmermann.
Das Internationale Künstlergremium zu Gast im Palazzo Ducale in Genua
Eva-Maria Schön und Dorothée Bauerle-Willert hinter der Installtion von Claudia Busching
Lesung von Thomas Huber
FrankfurtODERSlubice
Frankfurt/Oder, 16. bis 19. Oktober 2008
Das Programm unseres Jahrestreffen 2008 fand als bewegte und bewegliche Zusamenkunft statt, gemeinsam mit der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder und dem Kulturzentrum in der polnischen Nachbarstadt Slubice. Wir bewegten uns zwischen Erlebnis und Erinnerung durch die Kulturschichtungen Brandenburgs. Es gab Performances, Konzerte, Präsentationen von Mitgliedern und Gästen. Und es gab eine Exkursion auf Fontanes Spuren durch die geschichtsträchtige Umgebung, überaus kenntnisreich und lebendig geführt von Professor Dr. Christoph Asendorf und Dr. Jan Musenkamp, beide vom kulturwissenschaftlichen Institut der Viadrina. Erste Station dieser Reise in die Vergangenheit war Küstrin, (Kostrzyn), eine im 16. Jahrhundert erbaute Renaissance-Festung die im 2. Weltkrieg fast vollständig zerstört worden war. Wir streiften durch Überreste - und erinnerten uns an Fontane, der schrieb: „Jenseits der Oder, wo zwischen Werft und Weiden die Warthe rechtwinkelig einmündet, liegt Küstrin, ein durch die Jahrhunderte hin in den Geschichten unseres Landes oft genannter Name. Oft, aber selten freudig. Etwas finster Unheimliches ist um ihn her, und in meiner Erinnerung sehe ich den Ort, der ihn trägt, unter einem ewigen Novemberhimmel“. Eine weitere Station war Kunersdorf, das als der Musenhof des Oderbruchs in die Geschichte eingegangen ist. Er wurde zu einem bedeutenden geistig-kulturellen und wissenschaftlichen Zentrum, das Gäste wie die Brüder Humboldt, die Bildhauer Schadow und Rauch, den Landwirtschaftsreformer Thaer, den Gelehrten Savigny, Goethes Freund Zelter und viele andere empfing. Die Säulenkolonnade dort gehört heute zu den bedeutendsten und wertvollsten Kulturdenkmälern in Brandenburg. Sie umfasste zunächst fünf Grabmale und wurde 1835 um vier Nischen erweitert. Bedeutende Namen wie Johann Gottfried von Schadow, Christian Daniel Rauch, Christian Friedrich Tieck, Karl-Friedrich Schinkel sind damit verbunden. Schloss Neuhardenberg, mit Kirche und Schlosspark eines der wenigen erhaltenen Gesamtkunstwerke des preußischen Klassizismus war die nächste und letzte Etappe. Gestaltet worden war das Ensemble von drei herausragenden Künstlerpersönlichkeiten: Karl Friedrich Schinkel, Peter Joseph Lenné und Hermann Fürst von Pückler-Muskau. »Urbanität, Grazie und Lebensgefühl« prägten als Lebensmaximen das märkische Kleinod: vielleicht auch ein Motto für das IKG?
Teilnehmer
Mitglieder:Diana Mercedes Alonso, Mechthild Bauer-Babel, Dorothee Bauerle-Willert, Jens Brand, Monika Brandmeier, Heinrich Brummack, Hans Gercke, Wolfgang Hahn, Harald Hofmann, Sibylle Hofter, Hetty Huisman, Matthias Jackisch, Elisabeth Jappe, Katharina Karrenberg, Gisela Kleinlein, Silke Leverkühne, Eva Löfdahl, Nanne Meyer Norbert Radermacher, Josef Ramaseder, Eva-Maria Schön, Anna Tretter, Michael Willhardt, Thomas Wörgötter, Dusan Zahoranski
Gäste: Christoph Asendorf, Johanna Bartl, Silvia Breitwieser, Claudia Busching, Claudia Chaseling, Katja Hoffmann, Grieta Jergens, Stephanie Jünemann, Michael Kurzwelly, Gertrude Elvira Lantenhammer, Jan Musekamp, Janetta Napp, Fabian Niermann, Susken Rosenthal, Ralf Schmitt, Nele Ströbel, Nanae Suzuki, Florian Wienczny, Shon Soyoung, Yuka
Brücke zwischen Frankfurt und Slubice
Norbert Radermacher errichtet den Oderberg
Bei Schloß Neuhardenberg
Loop
Wien, 27. bis 31. September 2007
Unser Jahrestreffen 2007 in den wunderbaren Räumen der Akademie der bildenden Künste Wien umkreiste im weitesten Sinne die Idee Europa; Europa, das ein verschwenderisches Mosaik ist, gebildet aus kulturellen, sozialen, sprachlichen Unterschieden, wo 20 Kilometer Distanz Welten ausmachen (können), wo der liebe Gott im Detail sitzt. Ein Europa, das keine Monotonie, sondern Vielstimmigkeit ist, ein Vielklang der natürlich auch schrille Misstöne provozieren kann. An der Schnittstelle Wien rückte die Idee Europa pars pro toto in's Zentrum: Europa, das über Jahrhunderte (auch) gekennzeichnet wurde durch diese Partikularität, die sich zeigt in der Lust und Last der Selbstkritik, der Reflektion. Europa, das eine Erinnerungslandschaft ist, Europa mit seinem Sinn für die tragische Verwundbarkeit der condition humaine, mit seinen Requisiten der Literatur, der Philosophie, der Kunst, die ein Heimkommen zu einem besseren Selbst erst ermöglichen. Eingeladen waren Künstler(gruppen), die sich auf sehr unterschiedliche Weise, in unterschiedlichen Projekten mit dieser Idee Europa befassen, mit Grenzen und Grenzüberschreitungen, dies auch zwischen den Disziplinen, Kunst, Architektur, Musik, angewandter Kunst. Nicht zuletzt wurden in Wien auch die Arbeiten aller Mitglieder im Loop - als digitaler Koffer sozusagen – vorgestellt.
Teilnehmer:
IKG-Mitglieder: Diana Mercedes Alonso, Renate Anger, Dorothée Bauerle-Willert, Hartmut Böhm, Jens Brand, Monika Brandmeier, Terry Buchholz, Tibor Gayor, Wolfgang Hahn, Wolfgang Hainke, Harald Hofmann, Sibylle Hofter, Nan Hoover, Hetty Huisman, Tatjana Ilic, Richard Kriesche, Silke Leverkühne, Dora Maurer, Rune Mields, Michal Murin, Markus Mussighoff, Alexander Nikolic, Willi Otremba, Marica Radojcic-Presic, Norbert Radermacher, Josef Ramaseder, Eva.Maria Schön, Radomir Stancic, Anna Tretter, Dagmar Varady, Michael Willhardt, Thomas Wörgötter
Gäste: Thies Echtermeyer, Sven Eggers, Edi Freudmann, Thomas Gamsjäger, Ulrike Grossarth, Can Gülcü, Grieta Jergens, Irena Kelecevic, Miodrag Krkobabic, Ulrike Lua, Michael Moser, Wolfgang Musil, Fabian Niermann, Lukas Pusch, Gerhard Pfennig, Monica Radermacher, Branislav Todorovic, Petra Willhardt
Das Projekt wurde unterstützt durch die Akademie der bildenden Künste Wien und gefördert durch die ERSTE österreichische Sparkasse Privatstiftung.
Herzlichen Dank!
Akademie der bidenden Künste Wien
... ein Land, in dem noch niemand war: Heimat
Mittelstrimmig/Hunsrück 31. 8. - 3.9. 2006
Für unser Jahrestreffen 2006 in Mittelstimmig, im Atelier von Raffael Rheinsberg und Lilli Engel, hatten wir einen Landstrich gewählt, in der Edgar Reitz’ Hunsrücker Saga Heimat ihren Ausgang nimmt. Dieser komplexe, schillernde, belastete Begriff gab dann auch den Reflexionshorizont unseres Treffens ab. Was bedeutet Heimat, in Zeiten der flüchtigen Moderne, der Beschleunigung und Ortsunabhängigkeit der Kommunikation durchs Internet, der geschrumpften Entfernungen? Die allgegenwärtige Technik der Vernetzung erlaubt dem Künstler heute in der Allianz mit der Medienkultur überall und jederzeit am Kunstgeschehen teilzunehmen; Künstler und Kunstwerke gehören ganz selbstverständlich zum Jet-Set und reisen, sei’s economy oder first class, durch die Welt. Andererseits ist die Geschichte der Kunst des 20/21. Jahrhunderts auch eine Geschichte der Emigration, der Diaspora, in der man immer in der Fremde lebt. Sicherlich wurde die Kunst durch die Bilderwanderungen kosmopolitischer, der Austausch und die Kommunikation zwischen den Ländern ist scheinbar grenzenlos, zugleich steckt aber in der globalen Modernisierung auch der Verlust des kulturell Anderen, eben weil die Rhetorik des Universalismus die Differenz von Nähe und Ferne nicht kennt und abstrakt bleibt. Sinn und die Gestaltung von Sinn hat auch etwas mit der Gebundenheit an Geschichte, an Erinnerung, an Orte zu tun und die planetarische Zivilisation scheint im Gegenzug Orientierungslosigkeit und das Gefühl von Mangel zu erzeugen. Jenseits von sentimentaler Heimatrehabiltierung gab die Frage ‚Was ist Heimat’ vielfältige Denkanlässe im Einwanderungsland? Deutschland: Zwischen der Utopie von Heimat nicht als Raum, sondern als Perspektive, die erst gestaltet werden muß und der sinnlichen Erfahrung des Kiez, einer Landschaft, eines Geruchs, zwischen der Sehnsucht nach Angekommensein und der Instrumentaliserung in den weltweiten Konflikten, wo der Anspruch auf ein Territorium in Terror übergeht. In diesem weitgesteckten Rahmen bewegte sich die Diskussion in den inspirierenden, intensiven Hunsrücker Tagen und auch die Präsentation der Kunstwerke griff die Spannung zwischen Ort und Ortlosigkeit auf, die die Frage nach der eigenen und fremden Kultur heutzutage grundiert.
Teilnehmer
IKG Mitglieder: Diana Mercedes Alonso, Renate Anger, Monika Bartholomé, Dorothée Bauerle-Willert, Jens Brand, Monika Brandmeier, Terry Buchholz, Harald Hofmann, Hetty Huisman, Silke Leberkühne, Eva Löfdahl, Rune Mields, Markus Mussinghoff, Phill Niblock, Norbert Radermacher, Raffael Rheinsberg,
Eva-Maria Schön, Radomir Stancic, Anna Tretter, Andreas von Weizäcker,
Michael Willhardt
Gäste: Lilli Engel, Michal Murin
Rune Mields zeigt ihre Fussballspieler, an der Wand Arbeiten von Lilli Engel
Pause. Norbert Radermacher, Die Gefässe
Anna Tretter installiert die 'Line'; Jens Brand, Michal Murin, Andreas von Weizäcker diskutieren
Ohne Grenzen
Tallinn 21. - 25. September 2005
Für Tallinn hatten wir uns vorgenommen mit einer Art Eröffnungscocktail das neu zu eröffnende Kunstmuseum, KUMU zu erproben. Kunstmuseen sind ja seltsame Gebilde. Ihre traditionelle Rolle als Archiv von Kunstwerken, das dem Platz gab, was die Kunstgeschichte repräsentieren sollte, als Träger von Geschichte, als Bildungsanstalt, als Kultort einer bürgerlichen Öffentlichkeit, als Ort ästhetischer Erfahrung, als Maschine, die Kunst überhaupt erst macht, steht heute und wieder einmal auf dem Prüfstand – Zweifel an der Aufgabe des Museums, Debatten um sein Aussehen begleiten die Neu- und Erweiterungsbauten. Es scheint, als ob die Institution Museum heute einem neuen Gesicht, einer neuen Funktion nachgeht, sich dabei aber doch noch und einstweilen an die Fersen des alten Museums heftet. Zwischen der spielerischen Inszenierung der atomisierten Kunstszene, zwischen Event und Theatralisierung nistet ja immer noch die museale Fiktion, die Kunst als homogenes System, als Ordnung der Kunstgeschichte vorstellen zu können. Da diese Idee sehr ungewiss gworden ist , bleibt die Flucht nach vorn, das Terrain weitet sich immer weiter aus – statt Ziel einer Reise zur Kunst zu sein, mutieren Museen heute eher zu Stationen für die ausreisende Phantasie....Was heißt es, heute Kunst auszustellen und Sinn zu erschaffen, wer ist drinnen, wer ist draußen? Die Befragung der Institution Museum verbindet sich mit der Befragung von Öffentlichkeit als Forum und Träger von Konsens in einer Zeit, in der Gemeinsamkeiten immer brüchiger und flüchtiger werden. In einigen Vorträgen und in vielen Gesprächen wurden in Tallinn diese Themen diskutiert, obwohl unser Prolog zum neuen Museum in letzter Minute sich zu einem Epilog zum bisher vom Museum genutzten Ausstellungraum Rotermannis wandeln mußte. Und dort entstand wie nebenbei als Improvisation und Etude auch eine Art Ausstellung, die wieder einmal ganz heterogene Dinge unter den Hut des Ausstellungsgebäudes brachte: eine in der unverborgenen Widersprüchlichkeit der Werke und Gesten (ironische) Wiederholung dessen, was jedes Museum, jede Ausstellung eigentlich tut, wenn Werke, deren Sinnentwürfe einander auschließen im ästhetischen Bewußtsein des Betrachters versöhnt erscheinen.
Teilnehmer
IKG-Mitglieder: Renate Anger, Dorothée Bauerle-Willert, Hartmut Böhm, Monika Brandmeier, Heinrich Brummack, Dietrich Helms, Sibylle Hofter, Hetty Huisman, Tatjana Ilic, Katharina Karrenberg, Silke Leverkühne, Rune Mields, Una Moehrke, Willi Otremba, Marica Presic, Norbert Radermacher, Eva-Maria Schön, Anna Tretter, Selman Trtovac,Elisabeth Wagner, Michael Willhardt
Gäste: Monika Bartholomé, Sabine Baumann, Hannes Böhringer, Ulrike Ettinger, Kadi Estland, Cristina Fessler, Barbara Hammann, Sirje Helme, Ega Hiroshi, Harald Hofmann, Kristina Järvelaid, Naomi Kanaoka, Külli Kask, Joannes Késenne, Katrin Koskava, Andres Kurg, Raoul Kurvitz, Mari Laanemets, Marko Laimre, Zinaida Medevedeva, Alexander Nikolic, Cédric Noel, Jüri Ojaver, Johannes Saar, Ene-Liis Semper, Roswitha Siewert, Jaan Toomik, Eric van Hove, Jasper Zoova
Vortrag Heinrich Brummack
Norbert Radermacher, Der Teppich
Rune Mields vor ihrer Arbeit, mit Eva-Maria Schön und Selman Trtovac
Monika Bartholomé bei der Installation ihrer Arbeit
Bodenarbeit von Marko Laimre, Wandarbeit von Eva-Maria Schön
Eric van Hove, If, Pflanzung zwischen Pilzen und Löwenzahn
Eröffnung in Tallinn mit dem Konzert von Ultramelanchool
Shifts
Lodz und Nieborow 1.- 5. Oktober 2004
Ein Anlaß unserer Tagung in Lodz und Nieborow 2004 war die neu gegründete Biennale, organisiert vom International Artists Museum, das wiederum eine Gründung von Construction in Progress ist. Viele unserer Mitglieder sind diesen Initiativen in der einen oder anderen Weise verbunden. Ohne übergroßen kuratorischen Hut brachte die Biennale Künstler zusammen in einem Prozess des Austausches und der Interaktion. Etliche IKG-Mitglieder waren zu der ersten Ausgabe eingeladen.
Die Biennale, die ein internationales Segment, eine Auswahl polnischer Kunst und Künstler aus Lodz vorstellte, hat ihren Ursprung in der spannenden, von Künstlern kuratierten Ausstellungsserie Construction in Process, die über Jahre ein vielfätiges, dichtes Netz zwischen den Teilnehmern knüpfte. Der Besuch der Biennale stellte dann ein Plateau für unsere anschließende Tagung im Palast von Nieborow bereit, die die sich verändernden Rahmenbedingungen für Künstler-Initiativen in West- und Osteuropa ins Zentrum rückte. Nicht nur die neuen EU-Mitgliedstaaten befinden sich heute in einem Prozeß der Transformation, in dem alte Gewissheiten und Traditionen obsolet zu werden drohen, in dem Sicherungsrituale ungültig werden oder ganz verschwinden. Die Frage nach der Kunst, ihrer Institutionalisierung ist davon ebenfalls betroffen und einer dieser shifts zeigt sich in den Veränderungen, die vormals nicht offizielle, im Underground operierende Künstlergruppn durchmachen. Parallel dazu aber entdecken jüngere Künstler die Notwendigkeit der Kooperation, der Ausweitung und Vernetzung individueller Haltungen. Die neuen Medien spielen in den sich wandelnden Kommunikationsstrukturen eine vitale Rolle. Im Austausch der Erfahrungen wurde auch die Rolle des IKG, seine Aufgabe, seine Zukunft reflektiert.
Teilnehmer
IKG-Mitglieder: Renate Anger, Mechthild Bauer-Babel, Dorothée Bauerle-Willert, Wojciech Bruszewski, Hartmut Böhm, Christiane Gruess, Sibylle Hofter, Hetty Huisman, Tatjana Ilic, Katharina Karrenberg, Silke Leverkühne, Eva Löfdahl, Rune Mields, Una Moehrke, Marica Presic, Norbert Radermacher, Josef Ramaseder, Anda Rottenberg, Eva-Maria Schön, Anna Tretter, Selman Trtovac, Ryszard Wasko
Gäste: Monika Bartolomé, Joannes Késenne, Alexander Nikolic, Kristiane Petersmann, Hanno Soans, Gudrun Thiessen-Schneider, Christopher Snee, Dagmar Varady
Biennale Lodz, Klasse Prof. Karin Sander, Berlin - Lodz
Abendessen im Palast Nieborow
Tatjana Ilic und Selman Trtovac präsentieren ihr Manifest
Wiederentdecken - Rediscover
Belgrad 3. - 7. September 2003
Bei unserer Jahrestagung In Belgrad 2003 ging es darum, das für Jahre von einer verbrecherischen Politik verschluckte Serbien und die Kunst, die dort heute gemacht wird, wieder zu entdecken. Im Museum für jugoslavische Geschichte - Museum 25. Mai, Teil der Tito-Gedächtnisstätte, fand eine Ausstellung mit IKG-Mitgliedern und serbischen Gästen statt, begleitet von Gesprächsrunden, die den Status der Kunst in der sich verändernden politischen, geographischen und sozialen Situation befragten. Im Vergleich der Arbeiten aus Ost- und Westeuropa wurden verschiedene Strategien, Mittel, Werkbegriffe anschaulich. Deutlich wurde, daß die serbischen Künstler einerseits Anschluß an die westliche zeitgenössische Kunst suchen, den - unterbrochenen - Traditionsstrang wieder aufnehmen wollen, andererseits aber durchaus auf ihrer Eigenart beharren, die Kunst als Instrument einer (poetischen) Aufklärung einsetzen, ihr eine weitere politische und soziale Funktion zuschreiben oder zutrauen.
Teilnehmer
IKG-Mitglieder: Renate Anger, Hartmut Böhm, Monika Brandmeier, Heinrich Brummack, Georg Dietzler, Jarg Geismar, Wolfgang Hahn, Silke Leverkühne, Eva Löfdahl, Rune Mields, Markus Mussinghoff, Phill Niblock, Eva-Maria Schön, Artur Tajber, Biljana Tomic, Anna Tretter, Michael Willhardt.
Gäste: Terry Buchholz, Mrdan Bajic, Branko Dimitrijevic, Nenad Glisic, Dejan Grba, Tatjana Ilic, Dragan Jovanovic, Katharina Karrenberg, Mari Laanemets, Alexander Nikolic, Dragan Papic, Marica Presic, Jelena Radic, Josef Ramaseder, Misa Savic, Radomir Stancic, Talent, Zoran Todorovic, Selman Trtovac, Cedomir Vasic, Georg Wissel
Dragan Papic, The Tent
Jarg Geismar's installation in the entrance hall of the museum
Renate Anger, Uveriti se/Sich vergewissern
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